© Kern Weber
Selbstbezichtigung. Handke
Er ist einer der streitbarsten Schriftsteller der Gegenwart. Bekannt wurde Peter Handke vor allem durch Erzählungen, wie etwa „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ oder „Wunschloses Unglück“. Wie kaum ein anderer prägte er damit jene Literaturströmung, die Marcel Reich-Ranicki und andere als „Neue Subjektivität“ bezeichneten, eine Abkehr von den politischen Themen der 68er und eine Hinwendung zum Privaten und Persönlichen. Auch sein Sprechstück „Selbstbezichtigung“ passt in diese Einordnung. Als Auflistung beschreibt Handke darin eine Ichwerdung: „Ich bin auf die Welt gekommen. Ich bin geworden. Ich bin gezeugt worden. Ich bin entstanden. Ich bin gewachsen.“ Das Stück wird zu einer Art kollektiver Biographie. Wenn darin von einem „Ich“ die Rede ist, kann jeder sich selbst oder auch jemand anderen einsetzen. Die sechsköpfige Besetzung beim Theater Willy Praml trägt zu dieser Interpretation bei. Man kann das Stück aber auch als eine Verteidigung der Literatur lesen, die immer zu mehrdeutig bleiben muss, als dass man sie auf einfache Aussagen herunterbrechen könnte.
Selbstbezichtigung. Handke
24.–26.9. 20.00 Uhr, 3.10. 18.00 Uhr, 5./8./9./11.10. 20.00 Uhr / Theater Willy Praml, Produktionshaus Naxos
Theater Willy Praml, Produktionshaus Naxos
Ostend, Waldschmidtstraße 19
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